Art-Book.de

VITA
Marco Book -freischaffender Künstler

Dipl.- Des. Bildhauer und Maler,lebt und arbeitet in Aachen. Geb.1968

 

 

 

1992/98
Studium Objektdesign, Bildhauerei und Malerei, FH Aachen bei Professor Brockhaus
Bildhauer – Symposium in Aachen mit anschließender Ausstellung der „Euromorphose“ im Skulpturen – Park des Ludwig Forum Aachen

1995
Bildhauer – Symposium in Budduso/ Sardinien Skulptur„Communicatione“ – Gewinner des Publikumpreises

1996
INMITTEN – Kunst und Design im Grugapark Essen
INMITTEN II – Kunst und Design in der Flora Köln

1997
Europäisch – Afrikanischer Bildhauer – Workshop
Ludwig – Forum AC

1998
Examen zum Diplom – Designer im März 1998
Ausstellung im Europäischen Kunsthof Stolberg / Vicht

1999
Internationales Symposium Herrnhut Sachsen
Ausstellungsbeteiligung Museum Zinkhütter HofStolberg/ Rheinland

2000
Kunst und Breinig
Bildhauersymposium Basaltwerk Großen-Buseck in Londorf

2001
Einzelausstellung in der Aula Carolina Aachen

2002
Gallery Bell’ Arte Maastricht NL(Skulptur)
Ausstellung Zeitschmelze im Ludwigforum Aachen
Einzelausstellung bei gypsilon software GmbH Aachen

2003
Galerie Bon Ton Eindhoven NL
Galerie Einmalich Roetgen

2004
gypsilon software GmbH Aachen
Liederabend der Theresianum Stiftung Mainz
Galerie Trace Maastricht NL (Malerei)

2005
Galerie Hofer Köln

2006
Gruppenausstellung Suermondt Ludwig Museum Aachen

2007
Einzelausstellung  bei gypsilon software GmbH Aachen
Einzelausstellung bei Blanc de Blanc Köln
Gruppenausstellung “kollektiv allein“ Aula Carolina Aachen

2009
Galerie Minke Lipsch Hulsberg Niederlande

2011
Ausstellung im Leerzeichen- Raum für Kultur Aachen

2012
Mestrenger Mühle Hürtgenwald

2013-2014

Freie Entwicklung

 

Nach der Sonnenfinsternis

Rückblick:

 

Text : Dietrich Arlt, Herrnhut! Aachen, Herbst 99

 

Nach der Sonnenfinsternis – oder wie pflanze ich einen Baum
Diesen Satz schrieb Marco Book auf eine seiner Zeichnungen, die er in den ersten Augusttagen dieses Sommers als Vorstudien zu lebensgroßen Sandsteinskulpturen machte. Er hatte 14 Tage mit anderen Künstlern aus Ost und West in der Oberlausitz gearbeitet. Einen Bericht über dieses Symposium und die sich daran anschließende Ausstellung hatte der Journalist Uwe Salzbrenner -angeregt durch Marcos Skulpturen – mit folgender Gedankenkette betitelt:

 

Bäume

 

Menschen
Das dürfte Marco Book aus dem Herzen formuliert sein, denn der Baum ist
zur Zeit sein bevorzugtes Ausdrucksmittel.
Mit dieser Bildchiffre kann Marco ehr viel über sich und seine Vorstellungen
vom Menschen aussagen.

 

Er tut es mit seinen Drucken,mit Malerei auf Papier und Leinwand und eben vor allem
mit seinen kleinen und großen Skulpturen- Die handlichen Bronzen kombiniert
er mit anderen Materialien zu erweiterten Bildbezügen der vegetativen Variationen.
Selbst die übergroße Marmorskulptur EUROMORPHOSE steht da wie ein Baum.
Der Baum in meinem Garten bin ich.
So etwa hat Gerhard Hauptmann sein Lebensgefühl ausgedrückt.
Mit allem verbunden sein. Mit oben und unten. In der Erde verwurzelt.
Dem Licht zugewandt. Ein metaphorisches Leben im immerwährenden Wandel des Wachstumsprozesses.
So auch der Mensch.
Wie pflanze ich einen Baum.
Dieses wie ist rein rhetorisch, denn Marco pflanzte noch bevor sich der Mond vor
die Sonne schob diesen Baumstein; und er meißelte den Pflanzenden gleich mit dazu.
Diese Skulptur erinnert mich an das Bild von Emil Nolde:
Der große Gärtner. So wie dieser Gärtner eins ist mit den Blumen,
als wären sie und er aus dem gleichen Stoff;
so sehe ich nicht das Ende des Baumes im Anfang des Menschen von Marcos Skulptur.
Mensch und Baum sind ein einziges Wesen.
Gärtner und Blume unterscheiden sich nicht.
Diese Geste der liebevollen Hinwendung drückt Verantwortung für das
kreatürliche Leben aus.
Wer sich so den Dingen naht, dem offenbaren sie ihren verborgenen Klang.
Innen und Außen verschmelzen im Tiegel unserer Seele zu
allgemeingültigen Symbolen.
Marco meißelt sie nicht nur in Stein.
Jedoch sein ureigenster Ausdruck begegnet mir in seinen Skulpturen.
Bei der Arbeit an ihnen ist er sehr sicher im Handhaben der im
Ausbildungsberuf erlernten Mittel.
Da ist der Stein als Marmor in kristallinen Strukturen,
das gepresste Seegetier im Muschelkalk, der in Jahrmillionen entstandene
Sandstein. Und dann ist da dieser den Steinumkreisende Blick.
Er findet die im Material verborgene Form.
Der erste Aufriss auf Papier. Die farbigen Linien schreiben sich fort auf dem Stein.
Dann beginnt der Meißel sein tönendes Spiel. Dieses Spiel ist harte Arbeit.
Stück für Stück löst sich das Material vom Block. Schritt für Schritt wird
die Vision begreifbares Bild. Nur was wir sehr klar in uns sehen, können wir
im Außen wiederfinden.
Erlebt man Marco Book bei der Arbeit, dann erfährt man die Einheit von Idee
und Material und dem, der beides arbeitend verbindet.
Dabei werden auch die Oberflächen wie von selbst ertastet. Während seine wuchtigen
Werkzeuge Arbeitsspuren hinterlassen, findet er zu verbleibenden Strukturen.
Er belässt sie, wo es ihm wichtig erscheint.
Haut zeigt sich wird verfeinert durch verschleifende Vorgänge.
Der Stein beginnt so nach und nach ein verwandeltes Dasein.
Sehr sicher stellt er dieses neue Wesen in den Raum und damit auch
sich selbst – und uns – gegenüber.
Neue Wesen – und doch ganz alte Bilder.
Das diese Schöpfungen an andere Kulturen erinnern können, das liegt an derselben
Quelle, aus der geschöpft wird. Der Urstoff des kollektiven Unbewussten
hat eine gleiche unverfälschte Bildgestalt. So sind die verschiedene Variationen
der Marmorfiguren seiner Schwangeren den Arbeiten Brancusis verwandt.
Wie diese zu Beginn unseres Jahrhunderts geschaffenen Werke, gibt es Anverwandschaften
zu außereuropäischen Bildwerken- Es sind die eigene Formnähe des Einfachen,
die diese Künstler damals faszinierte.
So entstehen auch heute Bezüge zu den abstrahierten Arbeiten aus dem
Anfang der Moderne.
Der aus sich selbst herauswachsende Baum, welcher auch während des
Symposiums auf dem stillgelegten Herrnhuter Bahnhof entstand,
schraubt sich wie eine unendliche Säule in den Raum.
Diese Dynamik beschäftigte genauso die Künstler des Jahrhundertbeginns,
eben Constantin Brancusi, Robert Delaunay und die Futuristen.
Zuerst ein Thema der Maler und Bildhauer, ließ es in den zwanziger Jahren
die Architekten verwegene Türme himmelwärts Visionieren.
Am interessantesten von Marcos Werkgruppen erscheinen mir die Gestaltungen
in vegetativen Rythmen.
Zeugen der keltischen Vorfahren nicht unähnlich, treten sie aus der Tiefe der Zeit
in unser Wahrnehmungsfeld. Wie Heuschrecken oder Grasmücken überspringen
sie den Zeithorizont.
Besonders die relativ kleinen Skulpturen bezaubern durch ihre Größe.
Auch sie wie Teile innerhalb eines umfassenderen Zusammenhanges
der natürlichen Umwelt.
In einem erklärenden Gespräch hörte ich Marco Book sagen,
die Wurzeln seien wichtig.
Verwurzelt am richtigen Ort,zur rechten Zeit.
Verwurzelt sein, um wachsen zu können. Wachsen wie ein Baum.
In beide Richtungen. Nach der Tiefe zu und zur Quelle des Lichtes.

 

Dietrich Arlt, Herrnhut! Aachen, Herbst 99

 

 

Marco Book
Gedanken zur Bildhauerei/Malerei 2012

Obwohl das Ich als angenommene kleinste Einheit der Gesellschaft sich in beliebig viele kleine Unter-Ichs aufteilen ließe,
möchte dieser Text einen Konsens dieser Ichs über die künstlerische Ausdrucksweise des besagten Künstlers darstellen.

Noch ist nichts passiert denkt er sich und steht vor dem weißen Untergrund.
Schnell etwas Farbe und diese Leinwand von Ihrer Reinheit befreien.Ist es möglich etwas sinnvolleres zu schaffen als dieses Weiß?
Die Entscheidung diese Ausdrucksformen zu wählen ,dem Material etwas zu entnehmen oder hinzuzufügen fand mehr oder weniger bewusst vor vielen Jahren ihren Anfang.
Nun da es Zeit geworden ist einen weiteren Schritt in die Richtung des Schaffens zu gehen ruft die Leere nach Fülle.
Oder möchte er lieber doch einen Spaziergang machen?
Hat sich genügend Energie angesammelt um diese in die Form zu bringen, die eine Antwort auf eine Frage gibt welche erst noch gestellt werden muss?

Das finden der Frage:
Was habe ich getan? Was habe ich gehört? Was wurde verändert?
Subjektiv empfunden sehe ich die Welt wie eine Maus schauend aus dem Mauseloch.
Völlig ausreichend um glücklich zu leben, hervorragend um in sich zu gehen und innere Möglichkeiten zu entdecken.
Objektiv spielt sich mehr ab als ich sehen kann.
Internet lässt mich mehr den je daran teilhaben.
Vogelperspektive also.
Eine Vernetzung eine neue Bildung eine neue Vision von Zukunft.Ja es gibt schon viele Menschen die dort gemeinsam an einer friedlichen Gesellschaft arbeiten,selbstbestimmt und weit entfernt von einengender Parteiarbeit.

Die Frage mit aktuellem Zeitbezug lautet also:

Wie werde ich als bildender Künstler meiner Rolle in dieser schnell lernenden
und erwachsen werdenden Gesellschaft gerecht?

Botschaften meiner Wahrheiten gelangen durch einfache Symbolik an das Auge des Betrachters.
Rosiges werde ich sicher in Harmonischen Formen und Farben darstellen.
Kritik am Geschehen kommt ebenso in ansprechendem Gewande und ist nicht ohne Weiteres zu erkennen.Schönmalerei könnte ich mir hier selber vorwerfen,doch entschied die Mehrheit meiner Ichs sich stets für den heiteren Umgang, selbst mit dunklen Gedanken.

Es ward getan.Der erst Strich der erste Schlag.

Das Format liegt fest.Die Idee, häufig nur ein Bruchteil dieser, huscht vor mein geistiges Auge.Eine Skizze für eine bildhauerische Arbeit eine Rohzeichnung für
eine Malerei entsteht in einem Zug oder in mehreren Phasen.

Nun für mich selber sichtbar beginnt das herantasten an Formen und Farben.
Uns gegenseitig beeinflussend bildet sich an einem Tag oder in einem Jahr „Neues“  gespiegelt durch Wünsche und Erlebtes,Ziele und Vergangenes.

Bleibt nichts mehr zu tun,findet mein Auge keine Sackgassen,ist die Distanz zwischen uns nur noch minimal, entlasse ich die Arbeit aus meinem Griff und bin bereit sie zu teilen.

Der letzte Akt.

Da meine Werke nicht sprechen können,höre ich aufmerksam hin wenn Betrachter über sie philosophieren oder nur eines kurzen Blickes würdigen.
Jede Reaktion erfüllt mich mit der Sicherheit das mein bildnerisches Schaffen dazu taugt,eine innere Diskussion der Ichs des Einzelnen anzuregen.
Sicherheit das meine innere Demokratie funktioniert da ein Ergebnis entstanden ist mit dem alle Teile von mir gut und gerne Leben können.

 

Bitcoin-Spenden (BTC) zur Unterstützung meiner Arbeit bitte an:

16B4pz5vHMZmQSeTuqFp9yUwdonvge4YBD

Spendenadresse-Donation

Spendenadresse-Donation

 

Startseite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seiten

Archive

Artikel